Ein Personal Trainer als App? Meine Erfahrungen mit der Fitness App Fitstar

Fitnessstudios sind nichts für mich.

Nun ja … zumindest jetzt nicht mehr. Ich lebe in einem winzigen Dorf am Polarkreis, in dem es zwar so etwas wie ein „Gym“ gibt, das ist aber eher … nun ja … reden wir nicht drüber 😉

Das ist aber nicht schlimm – ich habe schon immer gern mein Sportprogramm für mich allein zu Hause erledigt. Nach über einem Jahr Fitness-Glückseligkeit mit „Fit ohne Geräte“ (hmmm … vielleicht sollte ich auch darüber noch ausführlich berichteten?) brauchte ich dringend eine Alternative:

  • Ich kannte die Workouts beinahe auswendig – Abwechslung musste her!
  • Ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich nur noch geringe Fortschritte bemerkt hab – nicht sonderlich motivierend.

Ich habe mich umgehört, ein wenig recherchiert, und folgende Programme zur Auswahl gestellt:

Angesichts der Überschrift des Artikels überrascht es wenig, dass ich mich für die dritte Variante entschieden habe.

Was ist Fitstar?

Fitstar ist eine App. Es gibt sie für iOS und Android und schreibt sich auf die Fahnen, ein persönliches Trainingserlebnis zu schaffen – der eigene Personal Trainer auf dem Telefon sozusagen.

Den Ansatz fand ich spannend.

Also habe ich die kostenlose Fitness App heruntergeladen und ein wenig herumgespielt. Das alles bietet Fitstar:

  • Einen Trainer deiner Wahl (männlich oder weiblich), der die Übungen vormacht und genaue Anweisungen gibt.
  • Einzelworkouts zwischen 7 und ca. 35 Minuten zu verschiedenen Themen: Von Cardio über Rumpf- und Beweglichkeitsübungen ist alles dabei. Viele der Workouts sind auch kostenlos durchführbar.
  • Programme: Daily Dose, Get Lean, Get Moving, Get Strong – Vier Programme mit einem jeweils leicht unterschiedliche Schwerpunkt werden angeboten. Get Moving kann kostenlos genutzt werden.

Das reißt dich vielleicht noch nicht vom Hocker. Das besondere Feature habe ich noch gar nicht erwähnt.

Was Fitstar so besonders macht

Die Fitness App versucht tatsächlich, ein persönliches Trainingserlebnis zu bieten. Wie das geht? Ganz einfach: Nach jeder Übung gibst du an, wie viele Wiederholungen du geschafft oder wie lange du eine Position gehalten hast – je nach Übung. Zusätzlich gibst du an, ob du die Vorgabe zu leicht, genau richtig oder brutal empfunden hast.

Je nach deiner Bewertung wird beim nächsten Workout der Schwierigkeitsgrad erhöht oder gesenkt.

Klingt gut, oder? Aber funktioniert es auch?

Meine ersten zwei Wochen mit Fitstar – Ein holpriger Start

Ich war hochmotiviert. Ehrlich. Habe mit der kostenlosen Version die ersten Einheiten absolviert.

Und war ernüchtert.

Also … ich bin wirklich kein Fan davon, mich bis zum Letzten zu quälen. Gar nicht. Aber ich möchte nach einem Training zumindest das Gefühl haben, etwas getan zu haben. Möchte wissen, warum ich mich in Sportsachen geworfen habe.

Dieses Gefühl hat mir zu Beginn komplett gefehlt. Ich habe fast alle Übungen als „zu leicht“ markiert und oft deutlich mehr Wiederholungen geschafft.

Und dabei bin ich beim besten Willen kein sportlicher Überflieger! So richtige Fitness-Cracks dürften sich besonders zu Beginn extrem unterfordert fühlen.

Trotzdem … ich hatte Spaß. Vielleicht war es der Reiz des Neuen, die Abwechslung. Aber ich habe mich entschieden, für einen Monat die Premium-Variante der Fitness App zu kaufen, um eines der zusätzlichen Programme starten zu können.

Get Strong: Wie ich mächtig ins Schwitzen kam

Ich habe mich für das Programm „Get Strong“ entschieden: Viele Übungen mit dem eigenen Körpergewicht ohne zusätzliche Geräte – mag ich!

Nach etwa zwei Wochen – siehe da – wurden die Workouts schwieriger. So langsam hatte mein Personal Trainer also verstanden, dass ich noch nicht ausgelastet war.

Beinahe wünschte ich mir, ich hätte mein Schicksal nicht so offensiv herausgefordert 😉 Viele, viele Liegestütze, unzählige Wiederholungen, anspruchsvollere Übungen – wow! Hatte ich zuvor oft zwei Workouts nacheinander absolviert, war ich nun froh, wenn ich eines mit 25 Minuten Länge lebend überstanden hatte.

Ich war endlich angekommen!

Fitstar - Personal Trainer - Fitness App

Meine persönliche Fitstar-Bewertung

Okay. Ich liebe ja Pro- und Contra-Listen. Schauen wir uns die Vor- und Nachteile der Fitness App aus meiner Sicht an:

Vorteile:

  • Das Training ist wirklich individualisiert – find ich super! Ich kann selbst (zumindest eingeschränkt) bewerten, ob ich das nächste Training leichter oder schwieriger haben möchte.
  • Die Übungen kommen fast ohne Geräte aus. Bisher musste ich nur 2x Klimmzüge an einer Stange machen und brauchte für eine andere Übungen einen Medizinball. Ansonsten geht Fitstar immer und überall – sehr schön!
  • Pausen sind bereits eingeplant. Manchmal ist ein Durchschnaufen ganz gut, oder die Zeit, einen Schluck Wasser zu trinken
  • Die Programme können flexibel mit Einzel-Workouts kombiniert werden. Das gibt Spaß und Abwechslung.
  • Fitstar gehört seit einiger Zeit zu Fitbit. Da ich meinen Fitbit-Tracker liebe, bin ich sehr angetan von der engen Verknüpfung der beiden Apps. Allerdings kann Fitstar problemlos auch ohne Fitbit-Gerät genutzt werden.

Nachteile:

  • Die Stimme der weiblichen Trainerin namens Lea ist für mich beinahe unerträglich. Nach nur einer Einheit mit diesem Singsang habe ich mich für die männliche Version entschieden. Wenn mir jemand ständig ein fröhliches „Du siehst super aus!“ entgegen trällert, schalte ich ab.
  • Irgendwie scheint es so etwas wie Level zu geben … Ich bin zum Beispiel aktuell im Level 10 Rücken und Rumpf. Aber was heißt das? Wie viele Level gibt es denn? Und wann bekomme ich das nächste? Diese Funktion dürfte gern etwas eindeutiger sein.
  • Die Gesamtzeiten für die Workouts stimmen oft nicht mit der Realität überein. Waren die Einheiten zu Beginn oft kürzer, sind sie jetzt meist länger. Ich mag verbohrt sein: Aber wenn 32 Minuten draufstehen, will ich auch 32 Minuten machen – und nicht 45. Jawohl!
  • Manche Übungen werden zu lange erklärt. Wenn ich soeben die „Seitliche Planke links“ absolviert habe, kann ich das Konzept durchaus auf die rechte Seite übertragen – auch ohne lange Erklärungen. Zugegeben: Man kann die Erklärungen überspringen.
  • Für meinen Geschmack ist im „Get Strong“-Programm ein Tick zu viel Cardio enthalten. Ich habe nicht umsonst dieses Kraft-Programm gewählt und bin ab und an ein klein wenig genervt, wenn ich zwei Minuten lang Hampelmänner gefolgt von zwei Minuten Anfersen absolvieren muss.
  • In hellhörigen Häusern könnte es mit den Mitbewohnern eine Etage tiefer durchaus Probleme geben. Es wird ziemlich viel gesprungen – Burpees lassen grüßen!
  • Während der ersten Einheiten sind die Ladezeiten der Videos seeeeehr lang. Einmal auf dem Telefon, geht es allerdings echt schnell.
  • Einige Übersetzungen sind fehlerhaft oder passen nicht zu den Videos – was aber nicht weiter dramatisch ist.

Fitstar: Mein Fazit zur Fitness App

Wenn ich mir die Liste so anschaue, überwiegen die Nachteile. Um ehrlich zu sein: Ich hätte noch weitere Kleinigkeiten aufzählen können, die mich ab und zu stören. Vielleicht liegt das an meinem Hang zum Perfektionismus.

Trotzdem fällt mein Fazit absolut positiv aus: Ich habe Spaß, trainiere regelmäßig und werde besonders nach Trainingspausen mit einem ordentlichen Muskelkater bestraft belohnt. Das alleine bringt mich schon dazu, dran zu bleiben und regelmäßig zu trainieren.  

Das hat mich dazu bewogen, das Jahresabo für 39,99 Euro abzuschließen. Ein ganzes Jahr Fitness für die durchschnittliche Monats-Gebühr in einem echten Fitnessstudio – passt für mich!

Hast du Fitstar auch schon mal ausprobiert? Oder hast du andere Fitness App Empfehlungen? Schreib uns ne Mail. Wir freuen uns über deine Empfehlungen!

Bildnachweis: © Andrea Windolph

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