Du willst negative Erinnerungen loswerden? Tu dies!

In der letzten Woche hatte ich einen Autounfall. Nicht schön, gar nicht schön!

Gleich vorab: Mir geht es gut! Sowohl das arme Tier auf der Straße als auch ich sind wohl mit einem gehörigen Schrecken davongekommen. Legt man  mit einem Auto einen Überschlag hin und rollt einen Abhang hinunter, weiß man stabile Autos extrem zu schätzen (armes Auto!!).

Für mich war es erstaunlich zu beobachten, wie sich der Unfall auf mich ausgewirkt hat:

Die ersten Stunden

Ich lebe!! Uns ist nichts passiert!! Es hätte so viel schlimmer kommen können!! Gott … was hatten wir Glück!!

Ich war beinahe euphorisch. Sehr gerädert, etwas zittrig, aber definitiv aufgekratzt und überglücklich, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Muss wohl vom Adrenalin kommen.

Erste Maßnahmen zu Hause: Kuschelsachen anziehen, Kamin anheizen, Tee kochen, Kerzen anzünden, einkuscheln – und eine völlig blöde Sendung im Fernsehen anschauen.

Die Tage danach

Danach wurde es schon schwieriger. Nach der ersten Hochstimmung setzten die typischen Gedanken ein:

  • Wo bekommen wir schnell ein neues Auto her?
  • Zahlt die Versicherung?
  • Was hätten wir anders machen können?
  • Wie bekommen wir die vielen Milch- und Eierflecken aus den guten Daunenjacken? (Merke: Ein Unfall direkt nach
  • einem großen Lebensmitteleinkauf macht sich nicht gut.)
  • Welche Termine müssen abgesagt werden?
  • Und nicht zuletzt: Unser schönes, armes Auto!!

Ja … das passiert wohl, wenn der Adrenalinkick nachlässt.

Meine Maßnahmen: Ruhe gönnen, weniger arbeiten, mir immer wieder bewusst machen, dass es uns gut geht.

Doch dann kam der blödeste Nach-Unfall-Effekt auf:

Was mich am meisten mitgenommen hat

So nützlich unser Hirn auch ist: Manchmal ist es wenig hilfreich. Zum Beispiel dann, wenn es wie in einer Endlosschleife immer wieder den Unfall vor dem inneren Auge abspielt. Wäre es nicht viel praktischer, die positiven Gefühle zu durchleben? Aber nein … das wäre ja zu einfach. Also schlittere ich immer wieder über die überfrorene Fahrbahn, höre meinen Aufschrei und erlebe, wie im Auto das Chaos ausbricht.

Muss ich erwähnen, dass das nicht gerade angenehm ist?

Doch es gibt eine Lösung 🙂

Wie ich negative Erinnerungen loswerde

Das Konzept habe ich durch mein regelmäßigen Meditieren verinnerlicht. Die Technik nennt sich „Mental Noting“ – das mentale Wahrnehmen.

Beim Meditieren funktioniert das wie folgt: Ich nehme alles bewusst wahr, was in mir und um mich herum geschieht. Schau dir mal folgende Beispiele an:

  • “Mein linkes Ohr kribbelt.” – Aha, eine Empfindung!
  • “Irgendwo höre ich eine Bohrmaschine.” – Ein Geräusch.
  • “Ich muss noch Milch einkaufen gehen” – Ein Gedanke.

All das nehme ich einfach nur wahr. Ganz wichtig: Ich reagiere nicht darauf. Ich ärgere mich weder über die Bohrmaschine noch nehme ich mir fest vor, die Milch auf die Einkaufsliste zu setzen. Auf diese Weise lerne ich Dinge anzunehmen, wie sie sind.

Diese Übung hat sich nach dem Unfall als extrem nützlich. Wann immer also mal wieder der blöde Film in meinem Kopf ablief, habe ich folgendes getan:

Ich habe innegehalten. Es hilft enorm, kurz die Augen zu schließen. Dann habe ich folgendes: bemerkt: * Es ist nur ein Gedanke. Mehr nicht. * Es ist nicht die Realität, sondern nur die Vergangenheit. * Die Vergangenheit ist abgeschlossen und kann nicht mehr verändert werden. * Nur ein Gedanke. Mehr nicht.

Es mag banal klingen, der Effekt ist jedoch erstaunlich: Sobald ich eine Erinnerung als das wahrnehme, was sie ist (Nur ein Gedanke! Mehr nicht!), verliert sie ihre Macht über mich. Statt mich hineinzusteigern und immer wieder vor Schreck zusammenzuzucken, bleibe ich ruhig und gelassen. Ich nehme den Gedanken einfach wahr – und gehe weiter durch meinen Alltag. Das ist achtsam und fühlt sich deutlich besser an, als immer wieder im Unfallwagen zu sitzen.

Fazit

Wann immer dich negative Erinnerungen heimsuchen: Denke daran, dass es sich nur um Gedanken handelt. Mehr nicht. Durchlebst du sie mit allen Sinnen erneut, festigst du nur die Erinnerung. Das muss nicht sein! Sie ist schließlich nur ein Gedanke – und jetzt kannst du schauen, was der aktuelle Moment für dich bereithält.

Hast du auch schon Erfahrungen mit negativen Erinnerungen gemacht? Wie gehst du damit um?

Bildnachweis: Bobby Johnson/ Unsplash

Viel zu tun?

Anti-Stress-Team Lea und Andrea

Wir kennen das! Deshalb haben wir Stressmanagement neu gedacht: Für alle, die keinen Gang zurückschalten wollen.

Mehr erfahren

Artikelinhalt

Mehr schaffen in weniger Zeit?

Wir sind für dich da! Individuelles Online-Coaching auf dich zugeschnitten. Nutze deinen kostenlosen Anti-Stress-Call!

Jetzt mehr erfahren

Scroll to Top

Welche Maßnahmen helfen bei deinem Stress-Level?

Wie stark ist dein persönliches Stress-Level ausgeprägt und mit welchen Maßnahmen kannst du sofort gegensteuern? Mach den Test und finde es heraus!