So sagst du Zeitfressern den Kampf an

Hast du schon mal vom Parkinsonschen Gesetz gehört?

Das Parkinsonsche Gesetz ist kein “echtes Gesetz”, so wie ein Naturgesetz. Es sagt folgendes aus: Aufgaben nehmen so viel Zeit in Anspruch, wie du ihnen gibst. Und das ist meist mehr, als die Komplexität der Aufgabe verlangt. Gibst du der Aufgabe mehr Zeit, dehnt sich auch die (gefühlte) Komplexität der Aufgabe aus.

Hört sich kompliziert an? Ist es aber nicht:

Also kurz gesagt: die simple und einfache Aufgabe könnte simpel und einfach erledigt werden, wird aber zu einem gefühlten mega komplexen Aufgabenmonster. Die zusätzliche Zeit wird interessanterweise nicht für die Erledigung der Aufgabe gebraucht, sondern oftmals überwiegt der Stress und das Gefühl, diese Aufgabe noch erledigen zu müssen.

Geben wir nun dieser Aufgabe ein Zeitlimit, reduzieren wir das Aufgabenmonster wieder zurück zu seiner normalen Größe. Smart: dadurch gewinnen wir Zeit, weil wir sie nicht für die Gedanken “drumherum” vergeuden.

Aufgestellt hat diese These Cyril Northcote Parkinson. Dieser hat interessanterweise in einer Behörde gearbeitet und direkt erlebt, wie die Bürokratie tickte und wie einfache Aufgaben zu komplexen Monstern wurden.

So! Okay. Verstanden. Aber jetzt fehlt dir hier ein praktisches Beispiel?

Sicherlich hast du auch schon mal erlebt, dass für die Erledigung einer Sache eine gewisse Zeit vorgesehen war (zum Beispiel den Einkauf erledigen in genau einer Stunde, weil du dann daheim deine Gäste empfängst), dann aber was dazwischen kommt (du kommst erst später aus dem Büro oder die Gäste kommen früher) und du weniger Zeit zur Verfügung hast (vielleicht nur noch 45 Minuten). Erstaunlicherweise schaffst du es in genau diesen 45 Minuten, den Einkauf erledigt zu bekommen und strahlend vor deinen Gästen zu stehen.

Bevor du weiterliest, kommt die alles entscheidende Frage:

Erkennst du dich in dem oben genannte Beispiel wieder? Trifft dich alle Nase lang die Erkenntnis, dass du an deinem Zeitmanagement arbeiten kannst, dass du Dinge schneller erledigen könntest. Dann ist dieser Artikel was für dich!
Kommt dir das allerdings fremd vor, weil du deine Zeit immer voll im Griff hast und du das Gefühl eines Aufgabenmonsters vor deiner Brust gar nicht kennst. Dann spar dir die nächsten drei Minuten Lesezeit 😉

Wenn du dich nun also in diesem Beispiel wiedergefunden hast: Aus dieser Erkenntnis kannst du was machen!

Nutze die Erkenntnis für dich. Lass den Dingen nicht unendlich viel Zeit. Setz dir lieber ein Zeitlimit.
Ein Beispiel: Du möchtest den Kleiderschrank entrümpeln. Das könntest du tun. Einfach so. Anfangen, weitermachen, verzweifeln. Vielleicht ehst du es aber mal anders an und schaust zu Beginn dieser Aufgabe auf die Uhr. Sagst dir, dass du maximal eine halbe Stunde dafür aufwenden willst – dann wirst du es auch in einer halben Stunde schaffen. Weil dir die Zeit nicht durch die Finger rinnt.

Ich selbst wende diese Methode auch erst seit kurzem an. Ich verwende sie:

  • auf der Arbeit (Das Meeting darf nicht länger als 30 Minuten dauern. Kollegen, lasst uns Gas geben!) und
  • privat (Der Samstagsputz dauert genau eine Stunde. Dann muss das zuhause wieder glänzen).

Bei mir funktioniert das richtig gut. Was ich so spannend finde, ist das Ding mit der “vermeintlich” gesteigerten Komplexität. Ich kenne es nur zu gut, dass ich an Dingen rumbrüte und mir einen Kopf darum mache, anstatt sie einfach zu erledigen. Zack! Fertig!

Vielleicht kennst du das auch von dir? Wenn ja…

Probier es aus! Jetzt gleich!

Das Schöne am Parkinsonschen Gesetz ist: Hast du das Prinzip erst mal gehört, ist es so einfach anzuwenden. Hol dir deine Zeit wieder zurück indem du folgende Dinge machst:

1. Lauf gegen die Zeit:

Mach für dich eine kleine Challenge daraus! Erstelle eine Liste der Aufgaben, die du erledigen willst, schätze grob wie lange du dafür brauchen könntest. Dann setz dir für die Erledigung der Dinge die Hälfte der Zeit an. Ja, genau. Nur die Hälfte der Zeit. Mach das fix, also unverhandelbar mit dir selbst, wie eine Deadline, die du von deinem Chef hast. Dann legst du los mit deinem Kampf gegen die Zeit. Es passiert etwas ganz natürliches: wir alle lieben Challenges. Du wirst es schaffen wollen. Und dann wirst du es auch schaffen, die Aufgaben in der Hälfte der Zeit zu erledigen.

Unterstützen kannst du dich selbst damit, dass du eine Uhr gut sichtbar aufstellst. Oder du stellst den Timer bei deinem Smartphone. Gib das Zeitlimit ein, drück auf “Los geht’s” und lege los!

So bekommst du auch raus, ob du die richtige Zeit geschätzt hast und kann feinjustieren: Wie lange brauche ich denn wirklich, wenn ich den Hausputz mache? Ist da noch Spielraum drinnen, wenn ich mich total fokussiere? Probier das bei beliebigen Aufgaben aus und schau, was rauskommt.

2. Schalte Störungen aus:

Ich liebe es, mich in anderen Dingen zu verlieren, wenn ich weiß, dass ich was erledigen muss. Kennst du das auch? Bei mir ist es das doofe Smartphone, was mich gerne in einen Tunnel aus Ineffektivität lenkt. Schnell mal auf Facebook was geschaut, dann nochmal rüber zu Twitter. Huch! Die Zeit! Schon so spät? Mist.

Wenn du eine Aufgabe in einer gewissen Zeit schnell erledigen willst, ignoriere all diese Ablenkungen für die gesetzte Zeit. Dann ist der ganze Kram Tabu. Ich kann dir sagen: Mich kostet das ganz schön viel Kraft, nicht automatisch doch zum Smartphone zu greifen. Aber für die gesetzte Zeit ist es okay. Ich laufe ja gegen die Zeit 🙂

Fazit:

  • Jetzt wo du weißt, dass es das Parkinsonsche Gesetz gibt: beachte es!
  • Setz Aufgaben ein Limit und laufe gegen die Zeit… und gewinne gegen die Zeit!
  • Lass dich nicht ablenken bei der Erledigung der Aufgabe. Schalte Störenfriede schon im Vorneherein aus!

Fang an, ein wenig damit rumzuspielen. Wie lange brauchst du wirklich für gewisse Aufgaben? Wie viel schneller kannst du werden? Wieviel Zeit kannst du rausschlagen für die schöneren Dinge im Leben?

Achtung: übertreib es nicht damit.

Dieser Ansatz soll nicht dazu dienen, dich selbst unter Stress zu setzen und gehetzt durch dein Leben zu rasen. Nein. Er soll dir nur helfen, Zeit für die schönen Dinge zu finden, statt dich bei doofen Aufgaben zu verzetteln.

Was magst du lieber:

Den Hausputz unendlich ausdehnen oder die Zeit lieber dafür zu nutzen, in der Sonne eine leckere Eiscreme zu genießen? Oder endlich mal wieder eine Freundin anzurufen, mit der du schon lange nicht mehr telefoniert hast? Die Antwort sollte leicht fallen 🙂

Bildnachweis: CC0 Lizenz über Stencil

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