5 Denkweisen, die dich vom Zweifeln befreien

5 Denkweisen, die dich vom Zweifeln befreien

“Zweifeln wir an der Power, dann powern wir nur unsere Zweifel”

Die Fantastischen Vier – aus ihrem Lied “Einfach sein”

Es ist mal wieder so weit: Ich hadere mit mir selbst. Mit der Welt. Am liebsten würde ich mich unter der Bettdecke verkriechen und einfach nicht mehr hervorkommen.

Was ist los mit mir?

Ich kann es in zwei Worten benennen: Ich zweifle.

Ich frage mich, ob das, was ich gerade mache, das Richtige ist. Das Richtige für mich. Will ich das? Ist das noch mein Weg?

Kennst du das auch? Da frage ich dich ehrlich: “Das nervt doch, oder?”

Mich zumindest nerven Zweifel immer sehr.

Ich hab mich mal gefragt, warum mich “zweifeln” eigentlich so nervt.

Kurz beantwortet:

  • Es fühlt sich bescheuert an.
  • Ich bin nicht mehr im Flow.
  • Bei Selbstzweifeln kann ich mich selbst nicht leiden.
  • Zweifel sind nicht gern gesehen – warum eigentlich?

Es fühlt sich doof an, scheinbar nicht zu wissen, was wir wollen. Lernen wir doch schon früh: Gut im Leben steht, wer eine Meinung hat; wer immer Meister der Lage ist; wer konsequent einen Weg verfolgt.

Wer zweifelt ist also planlos? Ist das wirklich so?

Schnelle Antwort: Nein.

Zweifel sollten nicht das ungeliebte Kind sein und wie Harry Potter unter die Treppe verbannt werden. Wir können unseren Zweifeln dankbar sein: Sie sind wie ein Feinjustieren des Kompasses. Zweifel helfen uns, den Weg wieder klarer zu sehen.

Zweifel sind unsere Freunde.

Das ist sogar evolutionär geprägt: Die Beeren-Sammlerin tat gut daran, ihr Umfeld zu beobachten. Nahm sie fremde Spuren wahr, waren die Zweifel an der aktuellen Route durch den Wald überlebenswichtig. Gut, dass der Zweifel aufkam und zum Feinjustieren anregte.

Also wie gehen wir jetzt mit Zweifeln um?

Vor einer Weile war ich 3 Tage auf Hüttentour. Auf die Wanderung hab ich wilde Selbstzweifel mitgenommen.

Dort kam mir auch der Gedanke zu diesem Vergleich:

Eigentlich ist das mit dem Zweifeln wie auf einer Wanderung. Du marschierst den markierten Weg entlang. Wenn die Wegmarke plötzlich schlechter zu lesen ist, hältst du doch auch kurz inne.

Dann schaust du, welcher Weg an dieser Gabelung als sinnvoller erscheint.

Du zweifelst und überprüfst, ob der Weg noch der richtige ist.

Dann entscheidest du dich für eine Richtung – in diese wird weiter marschiert.

Doof wird es natürlich, wenn wir von Zweifeln gelähmt werden. Also einfach an dieser Weggabelung stehen bleiben und uns nicht vom Fleck rühren. Dann sind wir nicht mehr im Flow. Dann nervt es.

Auch doof ist es, wenn wir weitergehen und danach die Zweifel aufkommen. Dann sind wir verunsichert. Auch kein gutes Gefühl.

Halten wir mal kurz fest:

  • Zweifel sind gut: sie lassen uns kurz rasten, nachdenken, justieren
  • Zweifel nerven: dann, wenn sie sich einfach nicht abstellen lassen.

Alles doof? Also Hände vor die Augen, wie ein kleines Kind und nix mehr machen?

Nein – nicht alles doof!

Es gibt ein paar Ansätze, die uns helfen.

Wie wir mit Zweifeln besser umgehen können:

  • Erst mal hinterfragen:
    Wo kommt der Zweifel jetzt her? Den Zweifel ernst nehmen. Wie einen Freund. Was machst du hier? Warum bist du hier? Willst du mich vor etwas beschützen? Oder siehst du vielleicht sogar eine Chance für mich?
  • Fakten schaffen:
    Was genau bedeutet diese oder jene Entscheidung, die sich aus dem Zweifel ergeben hat?
    Was bedeutet das für dich oder dein Umfeld. Was wäre die Konsequenz?
    Was kann aller schlimmstenfalls passieren?
  • Relativieren:
    Mit wem vergleichst du dich?
    Kommt der Zweifel, weil du dich mit anderen vergleichst? Das ist nie gut.
    Der einzige wichtige Vergleich, ist der mit dir von gestern!
  • Dann durchatmen:
    Verschaff dir Zeit. Nichts muss sofort entschieden werden!
    Mit Freunden reden: Beim Austausch mit Freunden den Zweifel aussprechen. Und dann: Sich selbst beim Reden zuhören. Fühlt sich das gut an? Kann ich es vertreten? Manchmal weiß ich die Antwort schon ohne den Zuspruch meiner Freunde, nur weil ich mir dabei zuhöre, wie ich die Antwort bereits selbst ausgesprochen hab. Verrückt – ist aber so!

Einfach machen: Nochmal zurück zum Wander-Beispiel. Zu lange stehen zu bleiben, zu grübeln bringt uns nicht weiter. Wenn wir aber vorher abwägen, Fakten anschauen, die Konsequenzen verstehen, dann ist jeder Weg ein guter Weg. Denn du bleibst nicht stehen.

Ach: Noch ein Wort zu Fehlern!

  • Fehler, sind es wert gemacht zu werden
  • Ein Fehler bedeutet, gelernt zu haben.
  • Fehler gehören zum Leben dazu wie Nuss-Streusel zum Eis.

Mein Fazit zum Thema Zweifel:

All das Hadern mit uns selbst – es gehört zu unserem Leben.

Ab und an gehört die Flucht unter die Bettdecke dazu, wir ziehen sie uns über den Kopf und stellen uns den Zweifeln.

So nervig Zweifel sind: Sie gehören zu einer guten Entscheidung dazu.

Die Entscheidung an einer Gabelung oder eine der ganz großen Entscheidungen im Leben wie heiraten und Kinder kriegen: diese Entscheidungen sind komplex und haben ihre Folgen. Daher ist es wichtig, Zweifel zuzulassen.

Aus diesem Grund sollten wir unseren Zweifeln wie einem guten Freund entgegentreten.

Wenn das geklärt ist, handeln wir mit Mut und Entschlossenheit.

Denn du hast deinen Verstand (Kopf) und deine Intuition (Bauch), die dich gemeinsam in die Lage versetzen gute Entscheidungen zu treffen.

Zum Abschluss holen wir noch ein ganz treffendes Zitat aus den Tiefen der Philosophie hervor 😉

“Dubium sapientiae initium” – “Zweifel ist der Weisheit Anfang.” René Descartes.

Wie gehst du mit Zweifeln um? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Wir freuen uns auf eine Meldung von dir per E-Mail oder auf Facebook.

 

Bildnachweis: Soroush Karimi on Unsplash

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