Ursachen von Stress: Was ist dein Auslöser?

Im einführenden Artikel zum Thema Stress wurde Stress als körperliche Anspannungsreaktion beschrieben, die durch äußere oder innere Einflüsse ausgelöst wird – sogenannte Stressoren.

Aber was sind Stressoren genau?

Stressoren: Auslöser für Stress

Stressoren sind, allgemein gesagt, innere oder äußere Reize, die eine Stressreaktion auslösen. So weit, so gut. Während wir im Einführungsartikel auch die positiven Aspekte von Stress beschrieben haben, werden wir uns hier auf die typischen negativen Auslöser konzentrieren.

Viele Stressoren nehmen wir beinahe schon als gegeben hin: Ob Überstunden, Unzufriedenheit im Job, zu wenig Zeit für Partner und Familie, ständiger Lärm oder Klimaängste – viele von uns leben in einem dauernden Stress-Zustand, fühlen sich gereizt und unausgeglichen.

Werden wir jetzt konkreter und schauen uns die verschiedenen Stressoren genauer an:

Innere Stressoren

Stress kann verschiedenste Ursachen haben. Innere Stressoren können wir oft selbst beeinflussen. Die folgende Liste zeigt typische Stressoren, die in unseren Köpfen entstehen:

  • Hohe Erwartungen an sich selbst, Minderwertigkeitsgefühle
  • Perfektionismus
  • Ängste und Sorgen
  • Grübeln
  • Ärger, Wut und Scham
  • Unsicherheit und Kontrollverlust
  • Feste Meinungen und Glaubenssätze

Doch auch unser Körper kann uns stressen, wenn wir ihn nicht gut behandeln. Wann reagiert unser Körper gestresst?

  • Fehlende Nährstoffe, Durst und Hunger
  • Krankheiten und Infektionen (zählen auch zu den äußeren Stressoren)
  • Schlaf-Defizit
  • Bewegungsmangel
  • Zu hartes Training

Die gute Nachricht: Innere Stressoren können wir oft selbst beeinflussen – auch wenn das oft leichter gesagt als getan ist. Viele Verhaltens- und Denkmuster haben sich über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte eingeschliffen. Ist es zu spät, sie zu ändern? Auf keinen Fall!

Äußere Stressoren

Die zweite Gruppe sind äußere Stressoren. Dies sind also alle Faktoren, die von außen auf uns einwirken, und die wir oft nicht direkt beeinflussen können. Manche dieser äußeren Stressoren haben auch eine direkte Auswirkung auf unsere seelische Ebene, wie Sorgen oder Vereinsamung. Schau mal, was dich alles stressen kann:

Wodurch fühlen sich Deutsche gestresst?

Die Techniker Krankenkasse führt regelmäßig eine Studie zum Thema Stress in Deutschland durch. Die Ergebnisse sind spannend, schau mal auf die Grafik:

Was sagt uns das? Zwischen Männern und Frauen unterscheiden sich die Stressoren erheblich. Während Männer sich besonders durch externe Faktoren gestresst fühlen (z.B. Arbeit und Erreichbarkeit), steht bei Frauen ein innerer Auslöser ganz oben: Hohe Ansprüche an sich selbst. Kommt dir das bekannt vor?

Auffällig in der Untersuchung ist ebenfalls, dass Stressoren selten allein auftreten. Stress durch hohe Arbeitsbelastung geht ebenso oft mit ständiger Erreichbarkeit einher, wie Druck durch Kindererziehung und Freizeitaktivitäten. Auch zeigt sich eine unterschiedliche Verteilung in den einzelnen Lebensphasen:

Noch mehr Stress-Auslöser gefällig?

Ist doch irgendwie spannend, wie viele Ereignisse uns stressen können, oder? Selbst wenn wir (hoffentlich!) nicht von allen betroffen sind, können wissenschaftliche Untersuchungen extrem erhellend wirken. Wenn du solche Listen siehst: Vielleicht war dir bisher noch nicht klar, dass auch diese Stress verursachen?

Eine weitere Liste wurde von den Psychiatern Thomas Holmes und Richard Rahe an der University of Washington School of Medicine erstellt. Zugegeben: Die Werte stammen aus den späten 1960-iger Jahren und können aufgrund unseres individuellen Stressverhaltens nur grobe Anhaltspunkte liefern. Trotzdem zeigt die Liste sehr schön, dass sowohl positive als auch negative Ereignisse Stress auslösen können.

Voilà: The Social Readjustment Rating Scale (SRRS)!

War früher alles besser?

Häufig hört man, dass in der “guten alten Zeit” früher alles einfacher, weniger stressig war. Stimmt das?

Krieg, Hungersnöte, hohe Sterblichkeit: Ohne unsere heutigen Probleme kleinreden zu wollen – jede Menge existenzielle Probleme sind zumindest in unserer Gesellschaft weggefallen oder extrem minimiert. Stell dir vor, zwei deiner Geschwister leiden an einer akuten Lungenentzündung, eine Dürre hat deine Ernte vernichtet und im benachbarten Fürstentum ziehen plündernde Soldaten durch die Orte? Es ist zu bezweifeln, ob die Menschen früher tatsächlich weniger Stress hatten.

Trotzdem sind fast 60% der Deutschen der Meinung, ihr Leben sei in den letzten Jahren stressiger geworden. Noch stärker trifft dies auf die Jungen zwischen 18 und 29 zu – hier sind es sogar drei Viertel. 1)https://www.tk.de/resource/blob/2026630/9154e4c71766c410dc859916aa798217/tk-stressstudie-2016-data.pdf

Du hast den Ausdruck “Freizeitstress” sicherlich schon mal gehört – dabei wird die Freizeit mit vielfältigen Aktivitäten gefüllt, aber die echte Erholung bleibt auf der Strecke. Normen und Kriterien der Arbeitswelt werden auf die Freizeit übertragen: Auf einmal bestimmt Ehrgeiz und Leistungsdenken auch das Freizeitverhalten. Hektische Ungeduld, kurze Aufmerksamkeitsspannen und die Angst, etwas verpassen zu können, lassen keinen Raum für Ruhe und Erholung.

Fazit

Stressoren sind kurz gesagt alle Situationen, Herausforderungen, Schwierigkeiten und Erwartungen, mit denen wir alltäglich konfrontiert werden. Klingt anstrengend? Ist es auch! Das heißt jedoch nicht, dass wir davor kapitulieren müssen. Kennst du deine wichtigsten Stressoren, ist dies der erste Schritt, damit entsprechend umzugehen.

 

Quellen   [ + ]

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