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Glaubenssätze verändern – geht das überhaupt? Sind Glaubenssätze nicht fest in uns verankert, sodass sie kaum verändert werden können? Und … Moment mal … was sind eigentlich Glaubenssätze? Fangen wir direkt mit dieser Frage an.
Glaubenssätze Definition: Was sind Glaubenssätze?
Glaubenssätze sind sowohl bewusste als auch unbewusste Gedanken, die unser Selbstbild bestimmen. Es handelt sich um typische Formulierungen, die uns nicht nur bewusst durch den Kopf gehen, sondern tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind.
Auch wenn wir in konkreten Situationen nicht immer darüber nachdenken, handeln wir oft danach, beispielsweise weil wir als Erwachsene unbewusst noch immer nach den Urteilen unserer früheren Bezugspersonen handeln.
Es gibt positive und negative Glaubenssätze, wobei die negativen oft Stress erzeugen, den Selbstwert mindern und das eigene Handeln behindern. Durch Analysieren und das gezielte Einüben von positiveren Sätzen können diese negativen Überzeugungen aufgelöst werden.
Woran kannst du Glaubenssätze erkennen?
Negative Glaubenssätze lassen sich oft an bestimmten Signalwörtern erkennen. Achte mal drauf, ob du folgende Wörter verwendest:
- Muss: „Ich muss die Wohnung putzen, bevor Gäste kommen.“
- Sollte: „Ich sollte nicht immer so wehleidig sein.“
- Darf nicht: „Ich darf nicht so viele Fehler machen.“
- Niemals: „Das darf mir niemals passieren!“
- Immer: „Immer geht bei mir alles schief!“
- Völlig: „Dieses Abendessen ist völlig misslungen.“
- Keiner: „Keiner mag mich.“
- Niemand: „Niemand versteht mich.“
- Alle: „Alle anderen haben mehr Freizeit als ich.“
- Jeder: „Jeder denkt sowieso nur an sich.“
Die Wortwahl in Glaubenssätzen ist oft absolut, verallgemeinernd oder lässt wenig Spielraum.
Positive Glaubenssätze
Glaubenssätze auflösen? Das muss nicht immer sein! Glaubenssätze sind nämlich zunächst neutral und nicht zwingend negativ.
Negative Glaubenssätze
Glaubenssätze sind allerdings immer dann gefährlich, wenn sie dich behindern oder deinen Stress verstärken. Vermutlich möchtest du diese negativen Gedanken auflösen, denn sie erzeugen Anspannung und Stress.
Zugegeben: Besonders bei gestressten Menschen passiert es nicht allzu oft, dass sie sich massiv überschätzen. Oft sind Glaubenssätze eher innere gedankliche Hürden, die ausbremsen, Druck und negative Gefühle erzeugen.
Negative Glaubenssätze auflösen
Jetzt schauen wir mal, wie du deinen eigenen Glaubenssätzen auf die Spur kommst und wie du sie auflösen kannst. Der Ansatz ist einfach: Du achtest genauer auf deine Gedanken, identifizierst Glaubenssätze und kannst sie auflösen, in dem du bessere Alternativen trainierst.
Was leicht klingt, ist im Alltag nicht immer so einfach. Glaubenssätze fühlen sich wie eine innere Wahrheit an. Wenn du dein Leben lang geglaubt hast, dass du nicht gut genug bist, dann dauert es natürlich eine Weile, bis sich alternative Gedanken gut und richtig anfühlen. Aber: Der Aufwand lohnt sich, versprochen!

1. Glaubenssätze identifizieren
Achte wie ein Detektiv im Alltag darauf, welcher negative Glaubenssatz immer wieder hochpoppt. Schau dir auch gern noch einmal die typische Wortwahl an. Notiere dir diese Sätze im Alltag und reserviere dir einen Termin mit dir selbst, um diese Sätze genauer zu analysieren.
2. Glaubenssatz analysieren
Such dir deinen fiesesten Glaubenssatz raus und frage dich, wo er herkommt. Gab es in der Vergangenheit ein Erlebnis, das diesen Satz in dir gefestigt hat? Sind das vielleicht gar nicht deine Worte, stattdessen hat ein anderer diesen Satz zu dir gesagt? Was geht in dir vor, wenn du den Glaubenssatz denkst? Welchen Nutzen hatte dieser Satz für dich?
3. Faktencheck
Ist dieser Satz Fakt oder Fiktion? Gedanken sind nämlich oft keine Fakten. Gehe auf die Suche nach Gegenargumenten: Was spricht dagegen, dass dieser Satz wahr ist?
4. Glaubenssatz ändern
Nun drehst du die Nummer um. Stell dir die Frage „Wie würdest du dich in solchen Momenten lieber fühlen? Was würdest du lieber denken? Wie könntest du liebevoll mit dir umgehen?“ Solche alternativen Sätze führen dazu, dass du dich leichter, freundlicher und entspannter fühlst. Im Idealfall werden Gefühle wie Mut, Vertrauen und Selbstwirksamkeit ausgelöst.
Es kann auch helfen, einen bestehenden Satz neu zu formulieren. Schauen wir uns ein Beispiel an:
- Du könntest den negativen Glaubenssatz haben: „Ich versage in der Prüfung.“
- Umformulierung: „Ich bin gut vorbereitet und gebe mein Bestes in der Prüfung. Auch wenn ich nicht perfekt bin, kann ich trotzdem eine gute Leistung erbringen.“
Diese Umformulierung hilft gleich dreifach:
- Weniger final: Die Aussage „Ich versage in der Prüfung“ ist absolut und lässt keinen Raum für ein positives Ergebnis. Die Umformulierung hingegen öffnet die Möglichkeit, dass die Prüfung auch gut laufen kann.
- Fokus auf Handlungsfähigkeit: Anstatt sich auf die Angst vor dem Versagen zu konzentrieren, lenkt die Umformulierung den Blick auf die eigenen Fähigkeiten und die Möglichkeit, sich gut auf die Prüfung vorzubereiten.
- Realistischer: Der Satz basiert oft auf der Angst und unrealistischen Befürchtungen. Die Umformulierung hingegen ist positiver und realistischer und berücksichtigt auch die eigenen Stärken und Fähigkeiten.

5. Glaubenssatz einprägen
Im Idealfall notierst du dir im letzten Schritt einen konkreten Satz, den du deinem Glaubenssatz gegenüber halten kannst. Diesen Satz kannst du dir aufschreiben, wiederholen, und dich immer wieder erinnern, dass das jetzt dein neuer, leichter, gesünderer Glaubenssatz ist.
Fazit
Glaubenssätze aufzulösen kann ein entscheidender Schritt sein, um mehr Leichtigkeit und Gelassenheit in den Alltag zu bringen. Unsere inneren Überzeugungen und tief verinnerlichten Annahmen steuern oft unbewusst unser Denken und Handeln. Da viele dieser Muster über Jahre gewachsen sind, braucht es Geduld und eine bewusste Auseinandersetzung, um sie zu hinterfragen und neu zu gestalten. Doch genau dieses Dranbleiben lohnt sich: Je mehr du deine hinderlichen Überzeugungen entlarvst und durch hilfreichere Gedanken ersetzt, desto mehr innere Ruhe wirst du erleben

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