Online-Coaching: Darauf musst du achten

Nicht erst seit der Pandemie: Online-Coachings liegen im Trend. Doch was genau hat es damit auf sich? Und wie erkennst du ein gutes Online-Coaching? Wir haben alle wichtigen Punkte für dich gesammelt.

Was ist Online-Coaching?

Der Name ist Programm: Im Online-Coaching treffen sich Coach und Teilnehmer (Coachee) online bzw. virtuell, häufig in Form einer Video-Konferenz. Der etwas allgemeinere Begriff „E-Coaching“ bezeichnet alle Coachings, die über elektronische Medien abgewickelt werden.

Ansonsten unterscheidet sich ein Online-Coaching nicht gravierend von einem „normalen“ Coaching, in dem sich die Beteiligten vor Ort treffen. Allgemeine Informationen findest du in den folgenden Artikeln:

Weiterlesen: Was ist Coaching? Coaching einfach erklärt
Weiterlesen: Der Coaching-Prozess: Erfolgreiches Coaching in 6 Schritten

Übrigens: Falls sich die Beteiligten nicht sehen können oder wollen, kann auch ein Tele-Coaching über das Telefon vereinbart werden.

Was macht ein Online-Coach?

Kurze Antwort: Genau das, was er auch in einem Coaching vor Ort tun würde:

  • Er begleitet den Teilnehmer auf einer Reise von A nach B.
  • Er behält das Ziel immer im Auge, überlässt aber die Wahl des Weges dem Teilnehmer.
  • Er fungiert als neutraler Begleiter auf Augenhöhe.
  • Er unterstützt mit gezielt eingesetzten Fragen und Methoden bei der Lösungsfindung.

Durch die besondere Online-Umgebung gibt es allerdings noch ein paar Zusatzaufgaben für den Coach:

  • Er stellt sicher, dass eine funktionierende und robuste Software genutzt wird, damit die Sessions reibungslos funktionieren und nicht durch Unterbrechungen gestört werden.
  • Er nutzt moderne Techniken und Tools, um den Coaching-Prozess anschaulich zu unterstützen. Dies können beispielsweise virtuelle Whiteboards oder Notizen-Apps sein, in denen der Coach live seine Aussagen illustriert – so wie er es in seinem Büro vor Ort tun würde.
  • Er achtet besonders auf Stimmung, Mimik und Gestik des Teilnehmers – vermutlich noch mehr als live vor Ort.

Trotz der Technik: Der mit Abstand größte Anteil der Arbeit eines Online-Coaches ist identisch zu einem Präsenz-Coaching. Der Mensch, seine Probleme und sein Ziel stehen im Mittelpunkt – unabhängig vom verwendeten Medium.

Vorteile eines Online-Coachings

Wir selbst haben extrem gute Erfahrungen mit Online-Coachings gemacht. Warum? Weil es einfach eine Reihe von Vorteilen bietet, die aus unserer Sicht unschlagbar sind:

  • Es ist ortsunabhängig: Der größte Vorteil liegt auf der Hand. Bei einem Online-Coaching entfallen Reisezeiten und du kannst es leichter im Alltag unterbringen.
  • Größere Auswahl an Coaches: Statt dich auf Coaches in deiner Umgebung zu beschränken, hast du die freie Auswahl – sogar global. So kannst du den besten Coach für dein Anliegen wählen, dich auf deine Stadt oder Region zu beschränken.
  • Ergänzung mit Theorie: Statt wertvolle Zeit im Coaching zur Wissensvermittlung aufzuwenden, können grundlegende theoretische Informationen begleitend zu den Coaching-Sessions angeboten werden, beispielsweise in Form von Workbooks oder wie in unserer Anti-Stress-Academy.
  • Online-Kommunikation: Egal ob E-Mail oder Messenger – in vielen Online-Coachings hast du auch zwischen den Sessions die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen und Fragen zu stellen. Sicher, das geht auch in einem Präsenz-Coaching, aber im Online-Bereich ist es oft selbstverständlich und fest im Prozess eingebaut.
  • Niedrigere Hürde: Vielen Teilnehmern fällt es schwer, den ersten Schritt zu machen und Kontakt zu einem Coach aufzunehmen. Findet es online statt, kann die Hemmschwelle leichter überwunden werden.
  • Gruppencoachings: Die Arbeit in der Gruppe wirkt bei vielen Themen bereichernd. Vor Ort ist es nicht immer leicht, eine geeignete Gruppe mit ähnlichen Problemen und Zielen zusammen zu bringen – online ist es kein Problem.

Du siehst: Online-Coachings stehen ihren althergebrachten Vorbildern in nichts nach. Wobei … wirklich nicht? Oder gibt es doch Nachteile?

Nachteile eines Online-Coachings

Wie sollte sich ein Coach verhalten? Richtig: neutral und gern mit dem Wechsel der Perspektive. Selbst wenn wir aus unserer Erfahrung heraus positiv gegenüber Online-Coachings eingestellt sind, sollten wir auch die Nachteile nicht vergessen:

  • Abhängigkeit von der Technik: Die Software stürzt ab, die Internet-Verbindung bricht zusammen oder die Batterie der Tastatur ist leer? Im Coaching sollten sich alle Beteiligten auf die Inhalte konzentrieren können.
  • Details gehen verloren: Video und Ton hin oder her – nicht alle Feinheiten der zwischenmenschlichen Kommunikation können online übertragen werden. Auch wenn wir mit unseren Teilnehmern nicht das Gefühl haben, Wesentliches zu verpassen: Es wäre naiv zu behaupten, dass per Video alle Signale so wahrgenommen werden können wie vor Ort.
  • Kein Ortswechsel: In einem Präsenz-Coaching wird gezielt der Ort gewechselt und zum Beispiel in den Räumlichkeiten des Coaches durchgeführt. Ein Online-Coaching hingegen kann im schlimmsten Fall zwischen Vorstandsmeeting und Kindergeschrei im Homeoffice stattfinden, was die Konzentration auf die Inhalte deutlich schwächt.

Trotz der Nachteile: Wir wissen, dass Online-Coaching funktioniert – wenn es denn ein gutes Coaching ist. Doch woran erkennst du das?

So erkennst du ein gutes Online-Coaching

In einem anderen Artikel haben wir bereits darüber geschrieben, was allgemein ein gutes Coaching ausmacht. Hier noch einmal die Zusammenfassung:

  • Der Coaching-Teilnehmer muss wirklich wollen, sich drauf einlassen und (vor allen Dingen) machen.
  • Der Coaching-Prozess ist eine Reise von einem Startpunkt zu einem Zielpunkt, der genau definiert sein sollte – durchgeführt mit den richtigen Mitteln und Methoden.
  • Der Coach prüft und checkt gemeinsam mit dem Coachee die Zielsetzung, hilft Ressourcen herauszukitzeln, vermittelt Wissen und macht startklar. Er unterstützt bei der Beseitigung von Hindernissen und dabei, Verhalten zu verändern.
  • Die Chemie zwischen Coach und Teilnehmer, ohne die es nicht funktioniert.

Den gesamten Artikel findest du hier: Was macht gutes Coaching aus?

Das Finden eines guten Coaches ist nicht immer einfach – besonders weil die berühmte Chemie eine so wichtige Rolle spielt. Das Gute ist: Besonders im Online-Bereich hast du gute Möglichkeiten, bereits vorab eine Menge wichtiger Kriterien zu überprüfen. Ein gutes Online-Coaching erkennst du an folgenden Punkten:

  • Die Internet-Präsenz bzw. Social-Media-Profile sind ansprechend, professionell und gepflegt. Du hast das Gefühl, mit einem Experten zu arbeiten.
  • Auch das Preis-Leistungsgefüge ist klar: Du siehst deutlich, was du bezahlst und was du dafür bekommst.
  • Du hast die Möglichkeit, den Coach unverbindlich kennenzulernen, ohne direkt zahlen zu müssen. Nur so kannst du feststellen, ob die Wellenlänge bzw. die Chemie stimmt. Das Gute ist: Viele Online-Coaches sind auch anderswo online präsent, beispielsweise bei YouTube oder in Form eines Podcasts. So kannst du dir vorab einen Eindruck machen und schauen, ob es für dich passen könnte.
  • Wie solide und robust die Technik funktioniert, wirst du nicht immer vorher prüfen können. Allerdings gibt auch hier das kostenfreie Kennenlerngespräch die Möglichkeit, den Prozess zu testen.
  • Im kostenfreien Gespräch dreht sich alles um dich und nicht um den Coach. Sobald du das Gefühl hast, der Gesprächspartner redet mehr über sich und seine Erfolge – Finger weg.

Bewusst erwähnen wir nicht die Mitgliedschaft in Verbänden oder ein abgeschlossenes Psychologie-Studium. Ist dir das wichtig, dann achte darauf. Unserer Erfahrung im Anti-Stress-Coaching nach ist das persönliche Verhältnis zwischen Coach und Coachee deutlich höher zu bewerten.

Fazit

Online-Coaching ist nicht die Zukunft – es ist die Gegenwart. Ortsunabhängigkeit und die Nutzung von digitalen Medien liegen so im Trend, dass es schade wäre, sie nicht auch für Coachings zu nutzen.

Die Nachteile werden unserer Erfahrung nach durch die Vorteile mehr als aufgehoben. Der aus unserer Sicht größte Effekt: Die Hemmschwelle sinkt, die Einstiegshürde ist niedriger – und so wagen es immer mehr Menschen, an sich, ihren Problemen und Zielen zu arbeiten.

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