Das Stresshormon Cortisol

Das Stresshormon Cortisol einfach erklärt

Das Stresshormon Cortisol – was hat es damit auf sich? Genau das das erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Cortisol?

Cortisol ist ein Hormon, das von der Nebennierenrinde ausgeschüttet wird. Es gilt als das Stresshormon, da es vor allem in stressigen Situation vermehrt vom Körper ausgeschüttet wird.

Vielleicht kennst du eher den Begriff Cortison? Kein Wunder: Beide Hormone stehen in einem Zusammenhang, wobei Cortison gewissermaßen das „Vorprodukt“ ist für das „Hauptprodukt“ Cortisol.

Aber warum werden diese Hormone unter Stress ausgeschüttet? Werfen wir mal einen Blick in unsere evolutionäre Vergangenheit.

Wie wirkt das Stresshormon Cortisol im Körper?

Kennst du das berühmte Beispiel vom Säbelzahntiger? Machen wir es kurz: Stell dir vor, du hättest vor vielen, vielen tausenden Jahren in der Savanne einen Säbelzahntiger getroffen. Wenn das mal keine stressige Situation ist!

Automatisch wird in deinem Körper der typische Kampf-oder-Flucht-Reflex ausgelöst (Fight or Flight). Anders gesagt: Du willst kämpfen oder flüchten, um dein Leben zu retten. Das Stresshormon Cortisol (mit der Unterstützung weitere Hormone) hilft genau dabei:

  • Das Immunsystem wird unterdrückt, falls dich der Säbelzahntiger doch mal erwischt und Entzündungsreaktionen gehemmt werden sollen.
  • Es wird Glukose als schnelle Energie bereitgestellt, die von den Muskeln und vom Gehirn für den Kampf oder die Flucht genutzt werden kann.
  • Die Verdauung wird heruntergefahren, weil die Rettung des Lebens einfach mal wichtiger ist.
  • Der Sexualtrieb sinkt aus dem gleichen Grund.

Kurz gesagt: Cortisol hilft dabei, schnelle Energiereserven zur Verfügung zustellen und unwichtige Prozesse im Körper zu dämpfen, damit du maximal leistungsfähig bist.

Klingt eigentlich gut, oder? Warum hat Cortisol dann einen so negativen Ruf?

Auswirkungen eines hohen Cortisolspiegels bei chronischem Stress

Nun ist so eine Begegnung mit einem Säbelzahntiger von kurzer Dauer: Im positiven Fall gelingt dir entweder die Flucht oder gewinnst den Kampf. Danach kannst du dich ausruhen dein Cortisolspiegel sinkt.

Dumm nur, dass in unserem modernen Alltag jede Menge Säbelzahntiger auf uns warten – in Form von hohen Ansprüchen an uns selbst, Hektik im Job, Streit mit Freunden oder dem Partner. Egal ob klein oder groß: Die Stressreaktion unseres Körpers läuft immer gleich ab. Stehst du also unter ständigem Druck, dann wird ständig Cortisol ausgeschüttet. Was passiert also mit dir, wenn du ständig im Kampf-oder-Flucht-Modus bist? Tja … drehen wir die Punkte von vorhin mal um:

  • Wenn das Immunsystem dauerhaft unterdrückt wird, bist du nicht nur anfälliger für Infekte, sondern auch für bestimmte Krebserkrankungen.
  • Die ständig verfügbare Glukose in deinem Blut bringt deinen Blutzuckerspiegel so durcheinander, dass kein Fett abgebaut wird, du zu Heißhungerattacken neigst und dein Risiko einer Diabetes-Erkrankung steigt.
  • Eine reduzierte Verdauungsfunktion mag in akuten Stresssituationen sinnvoll sein, ist aber langfristig nicht nur unangenehm, sondern auch schädlich für den Körper.
  • Ein dauerhaft reduzierter Sexualtrieb kann sich negativ auf deine Beziehung auswirken.

Damit nicht genug: Ein ständig hoher Cortisolspiegel führt auch zu einem schnelleren Altern, einfach weil dein gesamter Körper ständig auf Hochtouren läuft. Nervenzellen verändern sich so, dass noch viel mehr Situationen als Angst interpretiert werden – was wiederum noch mehr Stress verursacht und zu Angststörungen und Depressionen führen kann.

Ach ja … und wenn dir das noch nicht reicht, dann wird dich folgendes sicher wenig erfreuen: In deinem Gehirn gibt es den sogenannten Hippocampus, der für dein Lernen und Gedächtnis zuständig ist. Ist dein Cortisolspiegel dauerhaft zu hoch, sterben die Zellen in diesem Teil des Gehirns ab.

Ist das Stresshormon Cortisol nur negativ?

Absolut nicht! Wie du oben gelesen hast, kann das Hormon in akuten Situationen sogar dein Leben retten. Es regelt eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen, um auf alles gefasst zu sein.

In der Medizin werden Cortisonpräparate zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten gezielt eingesetzt. Du erinnert dich, dass Cortisol das Immunsystem unterdrückt, um Entzündungsreaktionen zu mindern? Genau das kann bei Krankheiten wie Asthma, Schuppenflechte oder rheumathoider Arthritis genutzt werden.

Wie kann der Cortisolspiegel gesenkt werden?

Tja … das ist beinahe eine Frage wie „Wie werde ich glücklich?“ Anders ausgedrückt: Es gibt keine schnelle, einfache Antwort, die zu allen Situationen passt – leider! Chronischer Stress entsteht nicht von heute auf morgen und hat viel mit deinem Mindset und deiner Lebensweise zu tun.

Ein paar allgemeine Hinweise geben wir dir trotzdem mit auf den Weg:

  1. Positives Mindset: Stress zu vermeiden, ist nicht unser Ziel – es zählt der richtige Umgang mit Stress und hilfreiche Denk- und Verhaltensweisen. Hier findest du eine Reihe von Artikeln zu Resilienz und Mindset.
  2. Guter Schlaf: Schlechter Schlaf bedeutet garantiert Stress für deinen Körper. Schläfst du schlecht, ist das eine wichtige Stellschraube, an der du drehen solltest.
  3. Regelmäßige Bewegung: Sport baut nicht nur Stresshormone kurzfristig ab, sondern macht dich auch langfristig widerstandsfähiger gegen Stress. Hier findest du Artikel zum Thema Fitness.
  4. Gesunde Ernährung: Ja, auch schlechte Ernährung kann deinen Körper zusätzlich unter Stress setzen. Lust auf eine gesunde Anti-Stress-Ernährung? Dann schau mal hier rein!
  5. Richtiger Atem: Unser Atem ist der vielleicht am meisten unterschätzte Faktor im Stressmanagement – dabei lässt sich im Alltag so vieles einfach umsetzen. Schau gern hier vorbei oder in unserem Audiokurs „Die Kunst des richtigen Atmens“.
  6. Robustes Selbstmanagement: Alles auf einmal und am besten sofort? Keine Frage – auch das verursacht Stress. Hier findest du verschiedene Work-Life-Hacks für einen Alltag.

Fazit

Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das im Ernstfall unser Leben retten kann. Im heutigen Alltag kann es aber langfristig Schäden anrichten: Je mehr Stress, desto mehr schlägt die positive Wirkung in eine negative um, Krankheiten sind vorprogrammiert.

Die Lösung: ein effektives Stressmanagement, das dich aus einem ständigen Kampf-oder-Flucht-Modus herausholt. Stöbere gern in unserem Blog nach für dich passenden Methoden oder vereinbare als Abkürzung ein kostenloses Beratungsgespräch, in dem wir persönlich auf deine Situation schauen.

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