Was ist Stress – und hat er auch etwas Positives?

Beinahe jeder nimmt das Wort „Stress“ in den Mund: Wir fühlen uns gestresst, haben Stress, wollen weniger gestresst sein. Aber jetzt schauen wir uns mal genauer an, was es mit diesem Begriff eigentlich auf sich hat:

Definition Stress

Der Begriff „Stress“ hat seinen Ursprung wie so häufig im Lateinischen: „stringere“ bedeutet so viel wie „sich zusammenziehen“, „anspannen“. Auch im Englischen steht das Wort für „Druck“ und „Anspannung“.

Wenn du dich selbst gestresst fühlst, kennst du vermutlich diese Gefühle nur zu gut: Du bist  angespannt, unter Druck gesetzt.

Stress ist also eine Anspannungsreaktion im Körper, die durch äußere oder innere Reize hervorgerufen wird. Diese Reize werden „Stressoren“ genannt, und können alles von einem wichtigen Meeting bis hin zur Krankheit eines geliebten Menschen sein.

Hinzu kommt, dass wir alle Stress ganz unterschiedlich wahrnehmen und bewerten.

Stell dir folgende Situation vor: Dein Chef steht hektisch fuchtelnd vor dir und redet auf dich ein. Dann können völlig unterschiedliche Sachen in dir passieren:

  1. Du nimmst die Situation als stressig wahr: Dein Herz klopft schneller, Beklemmungsgefühle kommen hoch. Außerdem springt dein Kopfkino springt an und verstärkt die Wahrnehmung durch Annahmen, Phantasien oder Befürchtungen – genau in diesem Moment entsteht der Stress!
  2. Vielleicht ist dir das Aufbauschen deines Chefs aber auch total egal – du bleibst cool und lächelst darüber hinweg.

Du siehst: Es ist nicht zwingend notwendig, dass du dich durch eine Situation automatisch gestresst fühlst. Vielmehr setzen dich deine Gedanken und die Bewertung der Situation unter Stress. Das Gefühl der Bedrohung ist immer rein subjektiv und hängt stark davon ab, welche Erfahrungen du gemacht hast, welches Weltbild du hast und wie deine persönlichen Bewältigungsstrategien aussehen.

Was ist Stress?

 

Aber warum gibt es Stress?

Historie und Evolution – Fight or Flight

Die Natur hat den Menschen auf wundersame Weise mit den perfekten Waffen ausgestattet, um auf dieser Welt überleben zu können. Schauen wir uns mal unsere Vorfahren an, die sich weit vor unserer eigenen Zeit durchs Leben schlagen mussten.

Stell dir vor, du lebst vor vielen, viiiielen Jahren – und triffst auf einen Säbelzahntiger. Oder ein anderes Raubtier. Eines mit scharfen Zähnen und einem Glänzen in den Augen, das nur eines bedeutet: Du sollst der nächste Snack für zwischendurch werden.

Du hast nur einen Speer zur Verfügung und nur eines zählt: überleben! Könntest du in einem solchen Moment klar denken? Vermutlich nicht. Deshalb hat uns die Evolution mit cleveren Mechanismen ausgestattet – dem „Fight or Flight“-Modus. Dein Körper reagiert automatisch, schüttet einen wahren Chemiecocktail aus (u.a. Cortisol und Adrenalin aus), um passend reagieren zu können.

Dein Herz schlägt schneller, du erhältst einen Energieschub, atmest schneller. Deine Aufmerksamkeit wird geschärft und du bist in der Lage, schnell zu reagieren – zu kämpfen oder zu flüchten. Diese Mechanismen sind überlebenswichtig und eine verdammt smarte Einrichtung der Natur.

Du siehst: Stress ist bei weitem nicht ausschließlich so negativ, wie man meinen mag!

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Eustress: Positiver Stress

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass du demnächst einem Säbelzahntiger gegenüberstehst und um dein Leben rennen musst. Trotzdem kann dir Stress in verschiedenen Lebenslagen helfen – und zwar in Form von Eustress („Eu“ steht in diesem Fall für „richtig“ oder „gut“).

Schau mal, welche Vorteile Stress haben kann:

  • Eustress erhöht die Aufmerksamkeit: Du bist konzentrierter und bereit, schnell zu reagieren.
  • Eustress fördert die Leistungsfähigkeit und Produktivität: Deine Muskeln sind angespannter, dein gesamter Körper bereit zum Reagieren. Das hilft sowohl bei einer kniffligen Aufgabe am Computer als auch bei einem intensiven Krafttraining.
  • Eustress motiviert: Du meisterst eine Herausforderung? Das Glückshormon Dopamin wird ausgeschüttet. Glückwunsch – das steigert deine Motivation!
  • Eustress steigert das Selbstbewusstsein: Löst du mehrere Probleme, führt dies zu dem guten Gefühl, Aufgaben bewältigen zu können.

Klingt alles gut, oder? Warum wünschen sich dann Menschen ein Leben ohne Stress, oder zumindest mit deutlich weniger? Vielleicht (nein, ganz sicher sogar) … weil Stress ins Gegenteil umschlägt, wenn wir zu viel davon bekommen.

Denke mal zurück an den Säbelzahntiger: Du hast gekämpft oder bist geflüchtet. Im besten Fall bist du in Sicherheit, hast Zeit dich zu erholen. Und im schlechtesten Fall … nun ja. Sagen wir, Stress ist dann dein geringstes Problem.

Was aber, wenn du an einem Tag nacheinander zehn hungrigen Säbelzahntigern begegnest? Du keine Zeit zum Erholen hast? Tja dann … wird es unangenehm.

Disstress: Negativer Stress

„Disstress“ bezeichnet den Stress, über den wir im allgemeinen sprechen. Es geht um den negativen Stress, der uns auslaugt und anstrengt.

Trotz der vielen positiven Auswirkungen von Stress auf unseren Körper: Wie so oft kommt es auf die Dosis an. Ein Säbelzahntiger pro Woche mit genügend Erholungsphasen – damit kommen wir klar. Fehlen die Pausen und der körperliche Ausgleich, fühlen wir uns überfordert, getrieben und bedroht. Das ist nicht nur unangenehm, sondern macht auch krank.

Stell dir vor, du bist ständig in diesem Fight or Flight-Modus, was bedeutet das?

  • Disstress verhindert klares Denken: Dein Körper ist bereit zum Kämpfen oder Fliehen – aber nicht zum logischen und strategischen Denken. Vielleicht hast du diese Situation auch schon mal in einer Prüfungssituation erlebt, oder als du eine Rede halten solltest. Das klassische “Black Out”.
  • Disstress führt zu ständiger Anspannung: Was bei Säbelzahntiger-Begegnungen hilft, strengt im Alltag an. Muskeln verspannen sich, Spannungskopfschmerzen können auftreten.
  • Disstress wirkt sich direkt auf dein Gehirn aus: Das Stresshormon Cortisol schädigt auf Dauer die Nervenzellen im limbischen System. Dieser Gehirnbereich ist unter anderem die Schnittstelle zu unserem Gedächtnis. Was passiert? Viel Stress macht dich vergesslicher, orientierungslos und fördert emotionale Stimmungsveränderungen.
  • Disstress schadet deinem Körper: Von hohem Blutdruck, Schlafstörungen, geschwächtem Immunsystem bis hin zu Depression – Stress auf Dauer macht krank. 

Durch ständige Hektik, hohe Anforderungen, Perfektionismus und andere Stressoren gilt Stress als Volkskrankheit – was jedoch genau genommen nicht stimmt. Stress an sich ist nicht die Krankheit, allerdings fördert er eine Reihe von Erkrankungen, die als typische „Zivilisationskrankheiten“ zählen, wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs oder Depressionen.

Fazit

Stress ist nicht gleich Stress: Als cleverer Mechanismus der Natur in jedem von uns eingebaut, kann er bei zu hohem und andauerndem Auftreten überfordern und sogar krank machen. In kleinen Dosen jedoch, kann Stress ein guter Freund und Begleiter auf unserem Weg sein. Grund genug, sich etwas näher mit dem Thema auseinanderzusetzen!

 

 

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